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32. Deutscher Naturschutztag in Magdeburg

 

PRESSEMITTEILUNGEN – 33. DNT in Magdeburg


Pressemitteilung 16.09.2016

33. Deutscher Naturschutztag fordert eigenständigen EU-Naturschutz-Fonds

Magdeburg, 16. September 2016: Mit der Verabschiedung der „Magdeburger Erklärung“ endet heute der 33. Deutsche Naturschutztag. In dem Positionspapier fordern die rund 750 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der größten Fachtagung des Naturschutzes in Deutschland insbesondere eine Neuausrichtung der Landwirtschaft, eine konsequentere Sicherung der Schutzgebiete und ein Zusammendenken von Naturschutz und sozialen Fragen. Es wurde einmal mehr deutlich, dass Naturschutz nicht isoliert, sondern als übergreifende gesellschaftliche Aufgabe zu betrachten und der Blick nicht nur auf die nationale Ebene zu richten ist. Erstmals wurden spezielle Mitwirkungsmöglichkeiten für junge Nachwuchsakteure im Naturschutz angeboten.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 33. DNT verabschiedeten folgende Forderungen und Positionen:

  • Landwirtschaft neu ausrichten!

Der DNT fordert  von EU, Bund und Ländern eine grundlegende Neuausrichtung der Naturschutzfinanzierung und der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), um die nationalen und internationalen Biodiversitätsziele zu erreichen. Zur Integration von Naturschutzbelangen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen ist ein langfristig angelegter, fachlich und finanziell attraktiv ausgestalteter, unbürokratischer EU-Naturschutz-Fonds zu entwickeln. In der Agrarförderung muss zudem der Grundsatz gelten „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“.

Mehr als die Hälfte der Landfläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Das allein macht deutlich, dass der Landwirtschaft eine besondere Verantwortung für die Erhaltung einer nachhaltig intakten Natur und Umwelt zukommt. Die Wirkung der ersten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik ist nicht nur aus betriebs- und volkswirtschaftlicher, sondern auch aus ökologischer Sicht kritisch zu bewerten. Die insgesamt unterfinanzierte zweite Säule der GAP hat bislang keine Trendwende beim Verlust der biologischen Vielfalt bewirkt

  • Natura 2000  konsequent umsetzen!

Der DNT fordert die für die Umsetzung der EU-Richtlinien und das Netzwerk Natura 2000 zuständigen Bundesländer und den Bund auf, eine rasche Umsetzung des erforderlichen rechtlichen Schutzes für die Natura 2000-Gebiete voranzutreiben. Er ruft die EU-Kommission auf, den „Fitness Check“ der EU- Naturschutzrichtlinien entsprechend den Ergebnissen der Evaluierungsstudie zu nutzen, einen umfassenden und konkreten Aktionsplan zur Behebung der Umsetzungsdefizite der Richtlinien und von Natura 2000 zu entwickeln und gemeinsam mit den Mitgliedstaaten zu verwirklichen.

Im Rahmen der Überprüfung europäischer Rechtsvorschriften (REFIT-Prozess) hat die EU-Kommission auch die EU-Naturschutzrichtlinien einem „Fitness Check“ unterzogen. Das Kernergebnis lautet: Die EU-Vogelschutz- und die FFH-Richtlinie sind wirksam, effizient und fit für die beabsichtigten Zwecke. Defizite bestehen allerdings bei der konsequenten Umsetzung.

  • Schutzgebiete sichern, grüne und blaue Verbundachsen schaffen!

Der DNT fordert von Bund und Ländern eine weitere Stärkung und Ergänzung des Schutzgebietssystems in Deutschland. Bestehende Schutzgebiete sollen qualitativ fortentwickelt und aufgewertet werden, beispielsweise durch Extensivierung der Landnutzung. Der DNT fordert außerdem, Lücken im Schutzgebietssystem zügig zu identifizieren und durch die konsequente Ausweisung weiterer Schutzgebiete sowie durch die Realisierung des länderübergreifenden Biotopverbundsystems zu schließen – zu Lande und zu Wasser.

National wie international wird dem Aufbau eines konsistenten Schutzgebietssystems große Bedeutung beigemessen. Neben den nötigen Kerngebieten wie Nationalparken und Naturschutzgebieten gilt es dabei insbesondere den nötigen Biotopverbund herzustellen.

  • Biologische Vielfalt und ökologische Leistungen in der Kulturlandschaft stärken!

Der DNT fordert von Bund, Ländern und Kommunen, die Erhaltung der Biodiversität und ökologischen Leistungen als Querschnittsaufgabe in alle Politikbereiche aufzunehmen und als strategisches Ziel festzuschreiben.

Die biologische Vielfalt und die Leistungen, die Ökosysteme erbringen, sind zentrale Grundlagen einer langfristig gesicherten Existenz des menschlichen Lebens. Für ihre Erhaltung gibt es vielfältige ökologische, ökonomische, soziale, kulturelle und ethische Gründe.

  • Naturschutz und soziale Fragen zusammen denken!

Der DNT fordert von Bund und Ländern, integrative Strategien für die Politikbereiche Natur und Umwelt, Gesundheit, Bildung, Soziales und Stadtentwicklung zu erarbeiten. Außerdem sollen alle gesellschaftlichen Gruppen Zugang zu Naturerleben erhalten und an der Ausgestaltung von Naturschutz teilhaben können.

Die Natur zu schützen ist eine gesellschaftliche Vereinbarung und als Politikfeld mitten in der Gesellschaft angekommen. Um gesellschaftspolitische Fragen zu lösen, bedarf es umfassender Ansätze, die die oben genannten  Belange integrieren müssen.

  • Jugendengagement nachhaltig unterstützen!

Der DNT fordert mehr Wertschätzung und Anerkennung für ehrenamtliches Engagement sowie die Stärkung von Freiwilligendiensten in Bund und Ländern, beispielsweise das Freiwillige Ökologische Jahr. Des Weiteren fordert der DNT, eine fundierte Vermittlung von Artenkenntnissen (wieder) konsequent in die Lehrpläne von Schulen und Hochschulen aufzunehmen. 

Die Naturschutzverbände stellen zunehmend einen Schwund an jungen Aktiven fest, die langfristig ehrenamtlich in Natur-, Tier- und Umweltschutzverbänden oder im beruflichen Naturschutz beispielsweise als ausgewiesene Artenkenner Fuß fassen wollen. Die Gründe hierfür sind vielfältig,können jedoch unter anderem auf fehlende Naturkunde im Bildungssystem sowie auf fehlende selbstgestaltbare Freiräume zurückgeführt werden. Damit wird eine Neuausrichtung und Neukonzeptionierung des ehrenamtlichen Engagements im Naturschutz erforderlich. Im Hochschulbereich sind Ausbildungskonzepte für entsprechende neue Lehrstühle und Lehrpläne unbedingt notwendig.

Der 33. Deutsche Naturschutztag appelliert an die politischen Repräsentanten und alle gesellschaftspolitischen Gruppen, ihre Potenziale und Stärken einzubringen, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden, adäquate personelle und finanzielle Ressourcen bereitzustellen und die Forderungen des DNT zu unterstützen und umzusetzen.

 

Der vollständige Text der „Magdeburger Erklärung“

Weitere Informationen:

Angelika Wurzel
Bundesverband Beruflicher Naturschutz (BBN)
0160 1574514
drl-bonn<at>t-online.de

Helga Inden-Heinrich
Deutscher Naturschutzring (DNR)
0175 5724843
helga.inden-heinrich<at>dnr.de

Ruth Schedlbauer
Bundesamt für Naturschutz (BfN)
0228 84914444
presse<at>BfN.de

Dr. Christiane Röper
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie
des Landes Sachsen-Anhalt (MULE)
0391 5671950 
pr<at>mule.sachsen-anhalt.de

 

 

 

Pressemitteilung, 14.09.2016

Naturschutz und Landnutzung

Analysen, Diskussionen, zeitgemäße Lösungen

 

Der 33. Deutsche Naturschutztag (DNT) wird heute in Magdeburg eröffnet. Noch bis Freitag steht der Campus der Hochschule Magdeburg-Stendal ganz im Zeichen des DNT-Mottos „Naturschutz und Landnutzung – Analysen, Diskussionen, zeitgemäße Lösungen“. Veranstalter der größten Fachtagung des Naturschutzes in Deutschland mit etwa 600 Teilnehmenden sowie 150 Referentinnen und Referenten sind der Bundesverband Beruflicher Naturschutz (BBN), das Bundesamt für Naturschutz (BfN), der Deutsche Naturschutzring (DNR) und erstmals das Land Sachsen-Anhalt.

„Naturschutz und Landnutzung“ – das Schwerpunktthema des 33. DNT lässt sich durch folgende drei Feststellungen umreißen: Intensive Landnutzungen sind nach wie vor die wichtigsten Ursachen für den Verlust von Tier- und Pflanzenarten in Europa. Deshalb ist ein Umsteuern – auch in Deutschland – dringend geboten. Dabei kann  eine Kooperation von Naturschützern und Landnutzern zukunftsweisend sein.

Heinz-Werner Persiel, Vorsitzender des BBN, bezog unter anderem Stellung zur finanziellen Förderung von Naturschutz, insbesondere im Bereich der Schutzgebiete und der Landwirtschaft. Persiel: „Die verschiedenen Schutzgebiete und die Flächen des Nationalen Naturerbes haben eine besondere Bedeutung für den Naturschutz. Der Staat hat hier eine große Verantwortung für das Allgemeinwohl. Eine aufgabengerechte und leistungsfähige Finanzierung durch den Bund und die Länder sind hierfür erforderlich.“ Beispielsweise sollten Anstrengungen hin zu einem gemeinsam von Bund und Ländern getragenen Schutzgebietsprogramm oder auch zur Implementierung des länderübergreifenden Biotopverbunds verstärkt werden.

Im Hinblick auf finanzielle Förderungen griff BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel den Ball von Heinz-Werner Persiel auf und machte sich erneut für den Grundsatz „Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“ stark, das derzeit in der EU-Agrarförderung völlig zu kurz komme. Es müsse Schluss sein mit dem Gießkannenprinzip, nach dem derzeit das Geld verteilt werde, so die BfN-Präsidentin. „Ein Lösungsansatz könnte zum Beispiel die Bildung eines eigenständigen EU-Biodiversitätsfonds sein oder auch eine deutlich bessere Integration der Biodiversitätsförderung in den bestehenden Fonds.“

Prof. Dr. Claudia Dalbert, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie in Sachsen-Anhalt sagte: „Ich unterstütze den Grundsatz, dass öffentliche Gelder nur für öffentliche Leistungen gezahlt werden sollen. Bei der Weiterentwicklung der Agrarpolitik setze ich auf eine Modifikation des derzeitigen Säulenmodells. Die aktuellen Greeningvorgaben sind zurzeit ökologisch nicht sehr ambitioniert, d. h. wir müssen das Greening von hell- zu dunkelgrünen Maßnahmen schärfen. Die Kappung der Zahlungen in Abhängigkeit von der Größe der Betriebe lehne ich ab, da die Betriebsgröße keine Rückschlüsse auf die Nachhaltigkeit eines Betriebes zulässt.“

DNR-Vizepräsidentin Undine Kurth betonte, wie wichtig umfassende Ansätze bei der Lösung gesellschaftlicher Fragen sind. Sie hob aber gleichzeitig die Bereitschaft vieler gesellschaftlicher Partner, beispielsweise aus Religionsgemeinschaften, Sportverbänden, oder aus Unternehmen hervor, mit dem Naturschutz strategische Kooperationen einzugehen und diese auszubauen. „Ziel ist es, mit Naturschutz ein gutes Leben für alle Menschen zu erreichen und den Naturschutz zu einer gesellschaftlichen Aufgabe zu erklären und diese Erklärung auch mit Leben zu erfüllen“, sagte Udine Kurth.  Die Diskussionen im Rahmen des DNT seien ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.

Das Programm des 33. DNT setzt nicht nur auf bewährte Formate wie Plenumsvorträge und Fachveranstaltungen, sondern wartet auch mit neuen Formaten auf, die sich in erster Linie an den Nachwuchs richten: So haben junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen die Möglichkeit, ihre Arbeiten darzustellen. Des Weiteren gibt es ein Mentoring-Programm, bei dem junge Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Inhalte und Struktur des DNT erleben können.

Exkursionen, unter anderem in den Nationalpark Harz, in den Naturpark Drömling, zu den Salzwiesen in Sülldorf sowie ein attraktives Begleitprogramm der Stadt Magdeburg runden das Vortrags- und Diskussionsprogramm ab.

 

Weitere Informationen und Ansprechpersonen während des DNT

 

Angelika Wurzel 
Bundesverband Beruflicher Naturschutz (BBN) 
01601574514
drl-bonn<at>t-online.de             

                                                                                          
Helga Inden-Heinrich
Deutscher Naturschutzring (DNR)
01755724843
helga.inden-heinrich<at>dnr.de

 

Ruth Schedlbauer
Bundesamt für Naturschutz (BfN)
0228 84914444
presse<at>BfN.de
 

 

Dr. Christiane Röper
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie
des Landes Sachsen-Anhalt (MULE)
0391.567-1950
pr<at>mlu.sachsen-anhalt.de

Pressemitteilung 12.07.2016

Deutscher Naturschutztag erstmals in Sachsen-Anhalt

Magdeburg - Sachsen-Anhalt ist erstmalig gastgebendes Bundesland für den 33. Deutschen Naturschutztag – der größten Fachtagung des ehrenamtlichen, verbandlichen und hauptamtlichen Naturschutzes. „Naturschutz und Landnutzung – Analysen, Diskussionen, zeitgemäße Lösungen“ lautet das Motto des 33. Deutschen Naturschutztages, zu dem der Bundesverband Beruflicher Naturschutz (BBN) e.V., das Bundesamt für Naturschutz (BfN), der Deutsche Naturschutzring (DNR) e.V. und das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt vom 13. Bis 17. September 2016 nach Magdeburg einladen.
Tagungsort wird der Campus der Hochschule Magdeburg-Stendal in Magdeburg sein.
Die ca. 600 erwarteten Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden sich über aktuelle Fraugen zu den Themenfeldern
o Naturschutz und Landnutzung,
o Schutzgebiete und Nationales Naturerbe,
o Biodiversität und Natura2000,
o Naturschutz und Wasserstraßen,
o Naturschutz in der Stadt,
o Naturschutzrecht, gesellschaftspolitische Fragen sowie über Jugendperspek-tiven im Naturschutz
austauschen.
Die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen- Anhalt, Prof. Dr. Claudia Dalbert, sagte am Dienstag bei der Vorstellung des Programms in Magdeburg: „Der Schutz der Biodiversität muss zukünftig in der gesamten Kultur-landschaft konsequenter umgesetzt werden. Die Funktionsfähigkeit des Natur-haushalts kann nicht allein über die Sicherung einzelner schutzwürdiger Restflächen gewährleistet werden. Bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt dürfen nicht nur gefährdete oder gesetzlich geschützte Arten und Biotope im Fokus stehen. Beim Deutschen Naturschutztag werden Beispiele präsentiert, bei denen ein integrierter Ansatz im Vordergrund steht. Dadurch können Effekte sowohl zum Schutz und Erhalt der Biodiversität als auch für den Hochwasserschutz, für die Gewässerökologie, für die Regionalentwicklung oder zum Erhalt der Kulturlandschaft erzielt werden.“
Dalbert zeigte sich zuversichtlich, dass die Diskussionen und die Ergebnisse des Deutschen Naturschutztages dazu beitragen, dass mit der Tagung das Interesse der Öffentlichkeit an der Debatte um einen effektiven Naturschutz belebt wird. Heinz-Werner Persiel, Vorsitzender des BBN, forderte „ein Umsteuern der EU-Agrar-förderung unter dem Stichwort ’Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen’ und eine grundsätzliche Änderung und Anpassung der rechtlichen Regelungen, sowie insbesondere eine zeitgerechte Anpassung der sogenannten ’Guten fachlichen Praxis der Landnutzung’“.
Daneben haben die verschiedenen Schutzgebiete und die Flächen des Nationalen Naturerbes eine besondere Bedeutung für den Naturschutz. Der Staat hat hier eine große Verantwortung für das Allgemeinwohl. Eine aufgabengerechte und leistungs-fähige Finanzierung durch den Bund und die Länder sind hierfür erforderlich. „Die seit Jahrzehnten bestehende Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) ist nicht mehr zeitgemäß und sollte in eine ’Gemeinschaftsaufgabe Biolo-gische Vielfalt und Ökosystemleistungen’ umgewandelt werden“, ergänzte Persiel. „Hierdurch könnte ein funktionaler Ausgleich für die Beanspruchung durch die intensive Flächennutzung ermöglicht werden.“
In den vergangenen Jahren ist es zu einer deutlichen Ausweitung der Themenfelder des Naturschutzes gekommen, sie sind vielfältiger geworden. Viele Naturschutz-akteure aus Praxis, Politik und Wissenschaft nehmen heute auch sozialpolitische Themen, Aufgaben und Probleme in den Blick und gehen strategische Koopera-tionen mit einer Vielzahl gesellschaftlicher Partner – beispielsweise aus Sozial-verbänden, Religionsgemeinschaften, Sportverbänden, Bildungsarbeit, Kulturorgani-sationen, Gewerkschaften und Unternehmen – ein, um mit Naturschutz ein gutes Leben für alle zu erreichen und auch zu einer gesellschaftlichen Integration beizutragen. Die Diskussionen mit diesen Partnern – und vielleicht auch neuen- und die Suche nach Lösungsmöglichkeiten für mehr integrativen Naturschutz haben bei diesem DNT einen hohen Stellenwert. Naturschutz und soziale Fragen müssen konsequenter zusammen gedacht werden.
Engagement und Interesse für Naturschutzthemen sind in der jungen Generation derzeit einem starken Wandel unterworfen. Die Annäherung an die Themen Bio-diversität, Artenkenntnis, Natur- und Artenschutz ändern sich unter dem Eindruck globaler Umwelt- und Gerechtigkeitskrisen. Lösungen werden daher ganzheitlicher gesucht. So wird auch die bewusste Umstellung von individuellen und gesellschaft-lichen Lebensstilen als aktiver Beitrag zum Schutz von Natur und Biodiversität gesehen.
Gleichzeitig ist ein Rückgang an jungen Aktiven festzustellen, die sich langfristig ehrenamtlich in Natur-, Umwelt- und Tierschutzorganisationen binden wollen. Mangels ausreichender Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten können sie im beruf-lichem Naturschutz keinen Fuß fassen. „Erstmalig bietet der 33. DNT ein „Junges Forum“ an, um die junge Generation als besonders betroffene und als die Akteure von morgen aktiv einzubinden“, erläuterte Helga Inden-Heinrich, Geschäftsführerin des DNR.

Eine weitere Neuheit beim 33. DNT ist ein Aufruf an den wissenschaftlich tätigen Naturschutz- Nachwuchs. Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erhalten die Gelegenheit, ihre Qualifikationsarbeiten in den Fachveranstaltungen vorzustellen.
Ein Mentoring- Format rundet den Austausch mit jungen Naturschützerinnen und Naturschützern ab: Erstmals bei einem DNT begleiten erfahrene Naturschutzakteure junge Naturschützerinnen und Naturschützer zu Veranstaltungen und Besprechun-gen. Diese Mentorinnen und Mentoren stehen für Fachfragen und Diskussionen zur Verfügung und unterstützen die Kontaktaufnahme und Vernetzung.
Das Fachprogramm wird mit informativen Ausstellungsständen verschiedener Natur-schutzakteure und vielfältigen Exkursionen traditionell abgerundet. So führen die Tages- und Halbtagesexkursionen in reizvolle Landschaften an Elbe und Havel, in den Harz sowie in den Drömling. Bei den Exkursionen werden Beispiele vorgestellt, wie die modellhafte Umsetzung zum Erhalt von Naturlandschaften in Kooperation mit dem Hochwasserschutz, der Landnutzung oder des Tourismus erfolgen.
Die Landeshauptstadt Magdeburg wartet mit einem reichhaltigen Begleitprogramm und Veranstaltungstipps für Kultur- und Tourismusangebote auf, angereichert mit Angeboten, die über die Arbeit von Institutionen und Vereinen im Bereich des Natur-schutzes informieren. Diese Angebote reichen von Ausstellungen zum Thema Hoch-wasserschutz in der Stadtbibliothek über eine Umweltfilmwoche im Moritzhof Magdeburg bis hin zu Mitmachaktionen im Ökogarten eines Naturschutzvereins sowie Fachveranstaltungen.
Weitere Informationen und Ansprechpersonen für die Presse auch während des DNT:
Angelika Wurzel
Bundesverband Beruflicher Naturschutz (BBN)
Tel.:0228 331097, Mail: drl-bonn(at)t-online.de
Ruth Schedlbauer
Bundesamt für Naturschutz (BfN)
Tel.:0228/8491-4444, Mail: Ruth.Schedlbauer(at)BfN.de
Helga Inden-Heinrich
Deutscher Naturschutzring (DNR)
Tel.:030 678177598, Mail: helga.inden-heinrich(at)dnr.de
Pressestelle
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt
Tel.:0391 – 567 1950, Mail: pr(at)mlu.sachsen-anhalt.de


Pressemitteilung 09.03.2016

Programmübersicht zum 33. Deutscher Naturschutztag (DNT) veröffentlicht
In Magdeburg wird über Naturschutz und Landnutzung diskutiert

Bonn/Magdeburg. Sachsen-Anhalt wird im September erstmals gastgebendes Land für den Deutschen Naturschutztag, dem größten Fachkongress für den beruflichen und privaten Naturschutz in Deutschland, sein. Bis zu 700 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet wollen dann fast eine Woche lang in der Landeshauptstadt Magdeburg ihre Stimme für mehr Naturschutz erheben und der Frage nachgehen, wie Naturschutz trotz des Drucks konkurrierender Landnutzungen erfolgreich bleiben kann.

Dabei wird zu diskutieren sein, wie der flächenmäßig größte Landnutzer, die Landwirtschaft, besser als bisher zum Erhalt der Arten und Lebensräume beitragen kann und wie der Ausbau erneuerbarer Energien mit Naturschutzstrategien langfristig in Einklang zu bringen ist.

Die Einzelthemen des Fachkongresses reichen von Artenschutz über Ökosystemleistungen und Naturschutzrecht bis hin zu Wertediskussionen. Erstmals wird es beim Deutschen Naturschutztag ein Junges Forum geben, bei dem junge Naturschutzakteure ihre Arbeiten und Visionen eines modernen Naturschutzes vorstellen können. Zu den Themenschwerpunkten in Magdeburg zählt aber auch die weitere Entwicklung in den nationalen Naturlandschaften wie im UNESCO-Biosphärenreservat entlang der Elbe oder in den 104 Naturparken in Deutschland.

Sachsen-Anhalt will sich vor allem an den  Exkursionstagen mit Touren in den Nationalpark Harz, in den Naturpark Drömling und in das Biosphärenreservat Mittelelbe präsentieren. Beispiele zeigen dort wie die modellhafte Umsetzung zum Erhalt von Naturlandschaften, des Hochwasserschutzes und der Landnutzung erfolgen.

Die Programmübersicht zum 33. Deutscher Naturschutztag ist veröffentlicht und Interessierte können sich bereits unter www.deutscher-naturschutztag.de anmelden. Das vollständige Programm des 33. Deutschen Naturschutztages wird im Juni 2016 erscheinen. Neben dem Fachkongress und den Exkursionen wird es für die Teilnehmer*innen und für die interessierte Öffentlichkeit ein Begleitprogramm geben, um die Ottonen- und Elbmetropole Magdeburg kennenzulernen und sich über die Aktivitäten der Naturschutzverbände und – institutionen informieren zu können.

Der 33. Deutsche Naturschutztag findet vom 13. bis 17. September unter dem Motto „Naturschutz und Landnutzung“ auf dem Campus der Hochschule Magdeburg-Stendal in Magdeburg statt. Der Deutsche Naturschutztag wird vom Bundesverband Beruflicher Naturschutz e.V. (BBN), vom Deutschen Naturschutzring (DNR) als Dachverband der deutschen

Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen, vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) und dem jeweiligen Gast gebenden Bundesland getragen. Er ist der zentrale Fachkongress des staatlichen und privaten Naturschutzes in Deutschland und wurde erstmals 1925 in München durchgeführt.

Weitere Informationen unter: www.deutscher-naturschutztag.de oder über folgende Ansprechpartner:

Bundesverband Beruflicher Naturschutz (BBN) e.V.

Angelika Wurzel

mail@bbn-online.de

 

Bundesamt für Naturschutz (BfN)

Ruth Schedlbauer

ruth.schedlbauer<at>bfn.de

 

Deutscher Naturschutzring (DNR) e.V.

Helga Inden-Heinrich

helga.inden-heinrich<at>dnr.de

 

Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt

Detlef Thiel

Detlef.Thiel<at>mlu.sachsen-anhalt.de