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Presse

Erfurter Positionen

  • Neue Stromnetze müssen naturverträglich gestaltet werden
  • Naturschutzrecht achten – nicht aussetzen
  • Bei Energiewende frühzeitig Bürger beteiligen
  • Biomasse nachhaltig und naturverträglich produzieren
  • Sorgfältige Standortwahl bei Windkraft verhindert Konflikte

31. Deutscher Naturschutztag in Erfurt verabschiedet Positionspapier

Erfurt/Berlin/Bonn, 21. September 2012:

Mit der Verabschiedung der "Erfurter Positionen" der Teilnehmerinnen und Teilnehmer geht heute der 31. Deutsche Naturschutztag (DNT) in Erfurt zu Ende. Damit reagieren die rund 700 anwesenden Fachleute des Deutschen Naturschutzes auf die großen Herausforderungen, die sich für den Naturschutz heute und in den nächsten Jahren durch die Energiewende ergeben. Die Energiewende und der damit verbundene Ausbau der Leitungsnetze werden erhebliche Auswirkungen auf die Schutzgüter des Naturschutzes wie die Biologische Vielfalt, den Naturhaushalt und das Landschaftsbild haben. Der 31. DNT bot den Rahmen, sich insbesondere mit den Herausforderungen der Energiewende für den Naturschutz auseinanderzusetzen und die Auffassung und Forderungen der Naturschutzvertreter dazu zu präzisieren.

Fazit:

Die Energiewende mit ihren weitreichenden Folgen für Natur und Landschaft kann nur unter Berücksichtigung der biologischen Vielfalt in einer nachhaltigen Entwicklung erfolgreich umgesetzt werden. Die natürlichen Lebensgrundlagen stellen unverzichtbare Grundlagen für alles menschliche Wirtschaften und alle gesellschaftlichen Entwicklungen dar. Dafür ist es notwendig, die dazugehörenden Fachthemen immer wieder neu in die jeweiligen Entscheidungsprozesse einzubringen.

Der 31. DNT unterstützt aktiv die Energiewende. Er appelliert daher an die Politik und alle gesellschaftspolitischen Akteure (u. a. Kirchen, Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbände sowie Sportorganisationen), ihre Potenziale und Stärken einzubringen und die hier formulierten Forderungen des DNT zur Erhaltung von Natur und Landschaft und zur Umsetzung der Energiewende zu unterstützen.

1) Den Ausbau des Stromnetzes und der dazugehörenden Infrastruktur nachhaltig und naturverträglich gestalten!

Der DNT fordert, den Um- und Ausbau des Stromnetzes sowie der zugehörigen Infrastrukturbauten wie Umspannwerke und Speicheranlagen auf das unbedingt Notwendige zu beschränken und dem Prinzip Ausbau vor Neubau zu folgen. Die Weiterentwicklung und Vereinheitlichung der in der Praxis bewährten Methoden und Standards ist wünschenswert, darf aber keinesfalls zulasten ihrer fachlichen Qualität oder einer Absenkung der Schutznormen führen.
Zur räumlichen Steuerung sind die Instrumente der Landschaftsplanung und Raumordnung wieder verstärkt zu nutzen und flexibel einzusetzen.

2) Für einen fairen Interessenausgleich das dazu entwickelte Naturschutz- und Verfahrensrecht erhalten und beachten!

Der DNT fordert, das bestehende Naturschutzrecht weiterhin einheitlich für alle Vorhabensarten anzuwenden. Es bedarf stets einer Abwägung der Belange im Einzelfall, um zu sachgerechten Ergebnissen zu kommen. Daher müssen auch bei Vorhaben der Energiewende naturverträgliche Alternativen geprüft und zumutbare Maßnahmen zur Vermeidung und zum Ausgleich von Beeinträchtigungen ergriffen werden. Eine Aufweichung des Naturschutzrechts würde bewährte Verfahrensabläufe eher verlängern, Planungssicherheit verhindern und Akzeptanzprobleme vergrößern sowie Gefahr laufen, gegen Europarecht zu verstoßen.

3) Bei der Umsetzung der „Energiewende“ eine frühzeitige und umfassende Bürgerbeteiligung gewährleisten!

Der DNT fordert, offen zu kommunizieren, dass der Umbau unseres Energieversorgungssystems mit weitreichenden Veränderungen in unserer Landschaft und mit erheblichen Kosten verbunden ist. Die Öffentlichkeit und die Naturschutzvereinigungen sind in einer konsequenten Partizipation rechtzeitig und umfassend bereits auf vorgelagerter Ebene, in Zulassungsverfahren und politische Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Die Akzeptanzbildung ist für das Gelingen der Energiewende essenziell. Die Einschränkung der gerichtlichen Kontrolle als Instrument der Verfahrensbeschleunigung wird strikt abgelehnt.

4) Schöne Landschaften als Voraussetzung für die landschaftsbezogene Erholung und für die touristische Nutzung erhalten!

Der DNT fordert, bei der Abwägung der Nutzung erneuerbarer Energiequellen die großräumigen Auswirkungen auf Natur und Landschaft umfassend zu berücksichtigen. Der Ausbau sollte durch eine vorausschauende Landschafts- und Raumplanung natur- und landschaftsverträglich gestaltet werden. Dabei muss sichergestellt werden, dass die Anlagen regenerativer Energieerzeugung so in die Landschaft integriert werden, dass deren Erholungs- und Erlebnisfunktion nicht gemindert werden. Sensible Landschaften sind von störenden Anlagen und Nutzungen freizuhalten.

5) Biomasseproduktion naturverträglich gestalten!

Der DNT fordert, dass angesichts sich abzeichnender Konflikte und Akzeptanzprobleme hohe Anforderungen an die Nachhaltigkeit und Naturverträglichkeit der Erzeugung und Nutzung von Bioenergie gestellt werden. Dazu zählen u. a. die Vermeidung der Beeinträchtigung wertvoller Ökosysteme, das Unterlassen des Anbaus  von Energiepflanzen auf organischen Böden und die Beachtung des Artenschutzes. Gleichfalls sind soziale Kriterien zu berücksichtigen und die Ernährungssicherheit zu gewährleisten.

Die Nutzung von Reststoffen, z. B. Landschaftspflegematerial und Wirtschaftsdünger (Gülle und Festmist), zur Energieerzeugung sollte verstärkt erfolgen, ebenso eine vorrangige stoffliche Nutzung und eine darauf folgende energetische Verwertung (Kaskadennutzung).

6) Weitere Eingriffe in die Gewässer zum Bau von Wasserkraftanlagen sollen unterbleiben!

Der DNT fordert einen Verzicht auf weitere Eingriffe in Gewässer, die durch den Neu- und Ausbau der Wasserkraft verursacht werden. Noch frei fließende Gewässerstrecken sind weiterhin von Wasserkraftnutzung frei zu halten. Bestehende Wasserkraftanlagen sind durch geeignete Maßnahmen ökologisch aufzuwerten. Vergütungsregelungen für den Umbau der Wasserkraftanlagen müssen umgehend an klare und dauerhaft nachprüfbare ökologische Bedingungen geknüpft werden.

7) Windkraft: Konfliktminderung durch sorgfältige Standortwahl!

Der DNT fordert, bedeutende Brut-, Fortpflanzungs- und Rastgebiete sowie Zugrouten der störungsempfindlichen und kollisionsgefährdeten Arten in ausreichendem Umkreis von Windkraftanlagen freizuhalten. Die Einhaltung der von der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten empfohlenen Abstände ist fachlich sinnvoll. Sie wirkt verfahrens-vereinfachend, kostensparend und akzeptanzfördernd. Natürliche und naturnahe Wälder oder solche, die ein harmonisches Landschaftsbild prägen, müssen von Windkraft freigehalten werden.

8) Das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 stärken!

Der DNT fordert, die gemeldeten Natura 2000 - Gebiete zügig zu einem funktionsfähigen Netz zu verknüpfen. Dazu soll insbesondere ein länderübergreifendes Biotopverbundsystem entwickelt und rechtlich gesichert werden. Durch fachlich fundierte Managementpläne und ihre konsequente Umsetzung soll der Anteil der Arten und Lebensraumtypen, die einen günstigen Erhaltungszustand aufweisen, deutlich erhöht werden. Dazu müssen spezifische Finanzierungsinstrumente geschaffen werden. Negative Auswirkungen auf Natura 2000 – Gebiete durch den vermehrten Anbau von Energiepflanzen sind auszuschließen. Diese Gebiete sollten zudem frei von Windkraft- und Solaranlagen sowie dem Anbau gentechnisch veränderter Organismen bleiben.

9) Unser Naturkapital erhalten!

Der DNT fordert, die biologische Vielfalt und die Ökosystemleistungen in ihrer gesamten Breite in ökonomischen Entscheidungen von Politik, Verwaltung und Privaten stärker als bisher zu berücksichtigen. Finanzielle Anreize, z. B. der Landschaftspflegebonus im EEG, tragen zu einer naturverträglichen Landnutzung und zur Erhaltung unseres Naturkapitals und der Ökosystemleistungen bei. Alle umweltschädlichen Subventionen sind einzustellen!

10) Neue Wildnis braucht das Land!

Der DNT fordert, die in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt beschlossenen Ziele der Bundesregierung im Hinblick auf die natürliche Entwicklung von Ökosystemen rasch und konsequent umzusetzen. Dabei sind neben bestehenden Nationalparken und Kerngebieten von Biosphärenreservaten weitere Gebiete entsprechend zu entwickeln. In Frage kommen dafür vor allem Waldflächen der öffentlichen Hand und des Nationalen Naturerbes, Auen und Fließgewässer, Moorlandschaften, großflächige ehemalige Truppenübungsplätze und Abbaugebiete. Aufgrund des relativ geringen Flächenbedarfs halten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des DNT die dadurch verursachte Verminderung des Holzangebotes für verkraftbar. Durch eine angemessene Öffentlichkeitsarbeit soll die Wahrnehmung der Bedeutung von Wildnis in der Bevölkerung deutlich gesteigert werden. Die Ausweisung neuer Nationalparke ist dazu geboten.

Hinweis:
Den vollständigen Text des Positionspapiers des DNT erhalten Sie unter:
www.deutscher-naturschutztag.de

Weitere Informationen:

Angelika Wurzel, mail<at>bbn-online.de, presse<at>bfn.de, Tel. 0228 8491-4444

Helga Inden-Heinrich, helga.inden-heinrich<at>dnr.de
Andreas Maruschke, pressestelle<at>tmlfun.thueringen.de

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Pressemitteilung: 31. Deutscher Naturschutztag tagt bis Freitag in Erfurt

Erfurt, den 18.09.2012

„Neue Energien ? Neue Herausforderungen Naturschutz in Zeiten der Energiewende“

Der 31. Deutsche Naturschutztag (DNT) öffnet heute im Kaisersaal in der historischen Erfurter Altstadt seine Tore. Bis Freitag erwarten die Veranstalter mehr als 650 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Der diesjährige DNT steht unter dem Motto “Neue Energien ? Neue Herausforderungen: Naturschutz in Zeiten der Energiewende“, womit auch der thematische Schwerpunkt klar umrissen ist. Am frühen Abend wird zum Abschluss des Eröffnungstages Bundesumweltminister Peter Altmaier erwartet, der zu diesem Thema sprechen wird.

In seiner Begrüßungsrede erklärte Thüringens Umweltstaatssekretär Roland Richwien: „Die deutsche Energiewende hat weitreichende Auswirkungen auf unsere Natur, die Wälder und Felder. Daher wünsche ich mir, dass die Naturschützer in Deutschland sich engagiert in die Energiewende einbringen. Denn wir stellen heute die Weichen dafür, wie morgen unsere Landschaften aussehen werden“, so der Staatssekretär.

Nach Ansicht des Vorsitzenden des Bundesverbandes Beruflicher Naturschutz, Heinz-Werner Persiel, führt die Energiewende zu deutlichen Veränderungen in Natur und Landschaft. „Die Erzeugung von Biogas durch nachwachsende Rohstoffe, immer höher werdende Windräder und große Windenergieparks auf dem Festland, die Anlage von großflächigen Fotovoltaikanlagen und der Bau von Höchstspannungsleitungen sind sichtbare Zeichen. Die Frage ist, wie nehmen wir Menschen das wahr und inwieweit wollen wir das akzeptieren und mittragen?

Um auch zukünftig die vielfältigen Leistungen der Natur für unsere Gesellschaft zu sichern, ist der Erhalt der biologischen Vielfalt eine strategische Überlebensfrage für die Menschheit. Damit wir uns in lebenswerten Landschaften wohlfühlen können, ist es erforderlich, das Thema in all seinen Facetten aufzugreifen und miteinander interdisziplinäre Lösungen zu erarbeiten. Eine adäquate Berücksichtigung der Ergebnisse ist bei der Umsetzung der energiepolitischen Ziele erforderlich."

Dr. Uwe Riecken, Abteilungsleiter im Bundesamt für Naturschutz, ergänzte: "Beim DNT 2012 wird außerdem das Europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 einen wichtigen thematischen Schwerpunkt bilden. 20 Jahre nach dem Inkrafttreten der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie kann eine sehr positive Bilanz gezogen werden. Natura 2000 hat sich zu einem zentralen Rückgrat des Naturschutzes in Deutschland und Europa entwickelt. Allerdings steht dieses Schutzgebietsnetz auch vor großen Herausforderungen wie dem zunehmenden Nutzungsdruck durch erneuerbare Energien oder dem Klimawandel. Der DNT wird sich im Rahmen dieses Themas daher besonders diesen Herausforderungen widmen."

Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, 1. Vizepräsident des Deutschen Naturschutzringes, Dachverband der deutschen Natur- und Umweltschutzverbände (DNR) appellierte: „Wir begrüßen die Energiewende, sie darf aber kein Freibrief zur Zerstörung unserer Heimat und Raubbau an unseren Landschaften sein und muss vor allem von einer Kulturwende begleitet werden. Eine Technologie der Verschwendung darf nicht durch eine neue ersetzt werden, denn eine wirkliche Energiewende ist nur möglich, wenn Einsparung, Effizienzsteigerungen und erneuerbare Energien zusammenkommen.“

Neben dem Hauptthema werden außerdem aktuelle Entwicklungen im Naturschutz- und Umweltrecht, Kommunikations- und Bildungsfragen sowie ökonomischen Aspekte des Naturschutzes dargestellt und diskutiert. Flankiert wird das Vortragsprogramm durch interessante und vielfältige Exkursionen, Ausstellungen und Infostände sowie ein attraktives Begleitprogramm.

Die Veranstalter erhoffen sich auch wie in den vergangenen Jahren fachkundige und interessante Vorträge, intensive inspirierende Diskussionen und konkrete Lösungsvorschläge für die aktuellen Herausforderungen des Naturschutzes.

Der Deutsche Naturschutztag ist eine gemeinsame Veranstaltung des Bundesverbands Beruflicher Naturschutz (BBN) e.V., des Bundesamts für Naturschutz (BfN), des Deutschen Naturschutzrings (DNR) e.V. sowie 2012 des gastgebenden Freistaats Thüringen, vertreten durch das Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz (TMLFUN).

Weitere Informationen:

Franz-August Emde Presse<at>bfn.de             

Angelika Wurzel dnt<at>bbn-online.de
Helga Inden-Heinrich helga.inden-heinrich<at>dnr.de
Andreas Maruschke pressestelle<at>tmlfun.thueringen.de

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Pressemitteilung 05.07.2012 31. – Deutscher Naturschutztag in Erfurt

„Neue Energien - Neue Herausforderungen: Naturschutz in Zeiten der Energiewende“

Veranstalter erwarten deutliche Impulse für die künftige Energie- und Naturschutzpolitik Berlin/Erfurt/Bonn, den 5.7.2012: Der 31. Deutsche Naturschutz (DNT) findet vom 17.9. bis zum 21.9.2012 in Erfurt statt und ist der größte und einflussreichste Fachkongress für den beruflichen und ehrenamtlichen Naturschutz in Deutschland.
Nach Meinung von Angelika Wurzel, Bundesverband Beruflicher Naturschutz (BBN), tragen die Deutschen Naturschutztage ganz wesentlich dazu bei, aktuelle Herausforderungen im Naturschutz - in diesem Jahr schwerpunktmäßig die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Energiewende - aufzugreifen, Lösungsvorschläge zu diskutieren und den TeilnehmerInnen das Rüstzeug zu liefern, mit dem sie an ihren unterschiedlichen Arbeitsplätzen, die an sie gestellten Aufgaben in Zusammenhang mit einer qualifizierten Umsetzung bewerkstelligen können. Die Veranstalter des Deutschen Naturschutztages (DNT) erwarten bei diesem Kongress deutliche Impulse für die künftige Ausgestaltung der Energie- und Naturschutzpolitik in Deutschland.

Eingebunden in den Deutschen Naturschutztag veranstaltet das Bundesamt für Naturschutz (BfN) am Abend des 19. September 2012 unter der Überschrift: „Gemeinsam die Zukunft gestalten - Erneuerbare Energien und Naturschutz“ ein Dialogforum zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Dazu Prof. Dr. Karl-Heinz Erdmann vom BfN: „Inwieweit ist es gelungen, die Energiewende auch naturverträglich zu gestalten? Wo zeichnen sich Konflikte ab? Wie können Klimaschutz und Naturschutz erfolgreich zusammenwirken?“ Dies sind Fragen, mit denen sich ein hochkarätig besetztes Podium auseinander setzen wird. Vertreterinnen und Vertreter des Umweltministeriums, der Politik aus Bund und Ländern sowie der Verbände und der Wissenschaften reflektieren Forderungen des Naturschutzes hinsichtlich eines naturverträglichen Ausbaus der Erneuerbaren Energien.

Für die Presse bietet das Bundesamt für Naturschutz eine Pressereise an, die am Donnerstag, den 20. September 2012 von Berlin aus kommend in Erfurt enden wird. Interessierte Pressevertreterinnen und Pressevertreter sind eingeladen, sich vor Ort einen unmittelbaren Eindruck von den aktuellen Herausforderungen des Naturschutzes zu machen.

„Die Energiewende wird von den Natur- und Umweltschutzorganisationen mit getragen. Sie kann nur gelingen, wenn beim Ausbau der erneuerbaren Energien die Naturschutzanliegen angemessen und frühzeitig berücksichtigt werden. Dass dies möglich ist, zeigen erste vielversprechende Beispiele,“ sagte DNR-Vizepräsident Prof. Dr. Hartmut Vogtmann.

Staatliche und ehrenamtliche Institutionen wehren sich unisono dagegen, wenn der Naturschutz als Verhinderer der Energiewende bezeichnet oder Naturschutzargumente von Vertretern von Partikularinteressen argumentativ

missbraucht werden. Naturschutz und Energiewende sind keine Gegensätze, der Naturschutz verhindere weder den Netzausbau noch die Energiewende, so die Veranstalter. In Verantwortung für kommende Generationen müsse sowohl die Sicherung der Energieversorgung durch erneuerbare Energien und der Klimaschutz als auch der Schutz der biologischen Vielfalt und der Landschaft gemeinsam erreicht werden. Wie das praktisch gehen kann – dazu werde der Naturschutztag einen Beitrag leisten.

Die Themenschwerpunkte entsprechen dem DNT-Motto „Neue Energien – Neue Herausforderungen: Naturschutz in Zeiten der Energiewende“:

  • Die Auseinandersetzung mit Wind- und Wasserkraft, z.B. Windenergieanlagen „im“ und über Wald
  • der Ausbau der Energienetze und die Pläne für Pumpspeicherkraftwerke,
  • die Chancen und Risiken von Biomasse,
  • die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie
  • die gesellschaftlichen Aspekten der Energiewende
  • der Wald im Spannungsfeld zwischen Rohstoff- und Energieversorgung.

Weitere Themen wie 20 Jahre FFH-Richtlinie, Ökosystemleistungen, der monetäre Wert der Natur, "Ehrenamt - Aktiv sein für den Naturschutz" und Nachhaltigkeit stehen ebenfalls auf der Agenda des Deutschen Naturschutztages (DNT). Zudem bieten zwölf Exkursionen die Möglichkeit, Schutzgebiete und Naturschutzprojekte in Thüringen kennen zu lernen.

Der Bundesumweltminister Peter Altmaier, die Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und der Landesumweltminister Jürgen Reinholz haben ihre Teilnahme bereits zugesagt.

Dr. Günter Breitbarth, zuständiger Abteilungsleiter im Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz des gastgebenden Bundeslandes Thüringen, sieht der Veranstaltung gespannt entgegen: "Thüringen freut sich auf den DNT und seine Besucher. Wir erwarten interessante Diskussionen und daraus wichtige Anregungen für unsere Arbeit. Dass der 31. Deutsche Naturschutztag nach Erfurt kommt, werten wir als besonderes Interesse an der vielfältigen Natur und Landschaft Thüringens und ein wenig auch als Anerkennung unseres Engagements im Naturschutz."

Die Veranstalter:

der Bundesverband Beruflicher Naturschutz (BBN) e.V.,
das Bundesamt für Naturschutz (BfN),
der Deutsche Naturschutzring, Dachverband der deutschen Natur- und Umweltschutzverbände (DNR) e.V.
sowie im Jahr 2012 das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt- und Naturschutz (TMLFUN) für das gastgebende Bundesland Thüringen

Weitere Informationen:

Angelika Wurzel, mail@bbn-online.de

presse@bfn.de, Tel. 0228 8491-4444

Helga Inden-Heinrich, helga.inden-heinrich@dnr.de

Andreas Maruschke, pressestelle<at>tmlfun.thueringen.de

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Pressekonferenz zum 31. Deutscher Naturschutztag in Erfurt:

Neue Energien-Neue Herausforderungen: Naturschutz in Zeiten der Energiewende

Berlin/Bonn/Erfurt, 11.09.2012

Dienstag, den 18.September 2012, 14.00 Uhr
Kaisersaal Erfurt, Futterstrasse 15/16, 99084 Erfurt     

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

der 31. Deutsche Naturschutztag findet vom 17.-21. September 2012 unter dem brandaktuellen Motto „Neue Energien-Neue Herausforderungen: Naturschutz in Zeiten der Energiewende“ in Erfurt statt.

Zur Auftaktpressekonferenz laden die vier Veranstalter Sie hiermit herzlich ein.

Datum: 18. September 2012, 14.00 Uhr
Ort: Kaisersaal Erfurt, Futterstaße.15/16, 99084 Erfurt, Raum „Bach“

 

Teilnehmer und Teilnehmerinnen:
Jürgen Reinholz, Thüringer Minister für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz
Dr. Uwe Riecken, Abteilungsleiter im Bundesamt für Naturschutz
Heinz-Werner Persiel, Vorsitzender des Bundesverbands Beruflicher Naturschutz
Hubert Weinzierl, Präsident des Deutschen Naturschutzrings

Moderation:
Helga Inden-Heinrich, Deutscher Naturschutztag

Die Veranstalter, traditionell sind das der Bundesverband Beruflicher Naturschutz (BBN) e.V., das Bundesamt für Naturschutz (BfN), der Deutsche Naturschutzring (DNR) e.V. sowie 2012 der gastgebende Freistaat Thüringen, vertreten durch das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz (TMLFUN), möchten Sie über den Ablauf und die programmatischen Höhepunkte der breitgefächerten und interessanten Themen und  Veranstaltungen informieren.

Das Motto ist Programm: Die Auseinandersetzungen mit Wind- und Wasserkraft, dem Ausbau der Energienetzen Chancen und Risiken der Biomasse, den rechtlichen  Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Aspekte der Energiewende bilden den Programmschwerpunkt, der aktueller nicht sein könnte.

Als lebendige Plattform des deutschen Naturschutzes dient der DNT zur Vermittlung von aktuellem Fachwissen, Schärfung des Problembewusstseins und zum Erfahrungsaustausch. Der DNT ist ein wichtiger Impulsgeber in einer Zeit, die auch im Naturschutz die Entwicklung von Innovationspotenzialen sowie von neuen Herangehensweisen und Entwicklung neuer Fähigkeiten verlangt.

Der DNT will die Naturschützer in Ihrem Arbeitsalltag gleichermaßen unterstützen wie inspirieren. Er bietet Gelegenheit, sich umfassend zu informieren, zu diskutieren, Kontakte zu pflegen und neue Netzwerke im Naturschutz zu knüpfen.

Mit dem 31. Deutschen Naturschutztag in Erfurt findet die bedeutendste Veranstaltung des amtlichen, privaten und ehrenamtlichen Naturschutzes in Deutschland erstmals im Freistaat Thüringen statt.

Weitere Informationen:

Angelika Wurzel, mail<at>bbn-online.de, presse<at>bfn.de, Tel. 0228 8491-4444

Helga Inden-Heinrich, helga.inden-heinrich<at>dnr.de
Andreas Maruschke, pressestelle<at>tmlfun.thueringen.de

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