Tauchen Sie unmittelbar am Rande der Metropole Berlin in eine außergewöhnliche Naturlandschaft ein, die geprägt ist von Wäldern, Wiesen, halboffenen, aufgeforsteten Rieselfeldern, Teichen und Fließen. Diese ursprünglich trockene Gegend beeindruckt durch ihre bewegte Geschichte und die vielfältigen Lebensräume, die hier entstanden sind.
Nach rund 100 Jahren Nutzung der Rieselfelder zur Abwasserentsorgung Berlins wurde nach Fertigstellung eines Klärwerks die Verrieselung von Abwasser ab 1985 eingestellt und der Versuch unternommen, diese Flächen in einen Erholungswald umzuwandeln. In Folge schlechten Pflanzmaterials, Wassermangel und gestörter Böden wuchs nur ein geringer Anteil der gepflanzten Bäume an. Ab 1990 begann die zusammengeführte Forstverwaltung (Berliner Forsten) mit der für Umwelt zuständigen Senatsverwaltung durch gezielte Maßnahmen wie Neuanpflanzungen, Kalkung, Wiederbewässerung und Wasserrückhalt und das Einarbeiten von Lehm die Bodenstrukturen zu verbessern und auch den Wasserhaushalt zu stützen.
Bei faunistischen und floristischen Kartierungen im Rahmen des Umweltentlastungsprogramms (UEP) wurde das große Potenzial dieser Flächen für den Erhalt der biologischen Vielfalt festgestellt, insbesondere Arten der Offen- und Halboffenlandschaft prägten den faunistischen Wert. Daher wurde das Entwicklungsziel neu definiert: Es sollte nicht eine geschlossene Waldlandschaft, sondern ein Verbund aus offenen Flächen, halboffenen Bereichen und Wald entstehen. Mit dem Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben „Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde“ entstand hier seit 2011 das größte Waldweideprojekt Deutschlands. Auf begehbaren Großweiden von mehr als 800 Hektar kann man hier extensive Waldweide erleben, eine Interpretation der historischen Form der Waldnutzung. In diesen lichten Wäldern sind selten gewordene Arten wie Neuntöter, Sperbergrasmücke, Heidelerche anzutreffen und eine große Artenvielfalt von Insekten zu finden. Ein ausgeschildertes Wegesystem mit Rastplätzen und Aussichtsplattformen ermöglicht es den Besuchern, zu erleben, wie sich die Landschaft durch die Beweidung verändert.
Zur Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts wird das Fließ Lietzengraben mit gereinigtem Abwasser zusätzlich zum natürlichen Abfluss gespeist und durch Retentionsmaßnahmen (Sohlschwellen, Fischtreppen) und Wiedervernässung von Niedermoorflächen werden Feuchtgebiete und Gewässer in der weiträumigen Landschaft entwickelt. Neben zahlreichen Wasservogelarten wurden auch Biber und Fischotter im Gebiet wieder heimisch und ein Kranichrastplatz in Berlin etabliert.
So ist eine außergewöhnliche Landschaft mit hohem Erholungs- und Erlebniswert entstanden. Ihr vielfältiger Struktur-, Arten- und Erlebnisreichtum ist das Ergebnis der Anstrengungen, eine ehemals zerstörte Landschaft wiederzubeleben. Die grasenden Pferde und Rinder begeistern die Besucher, verändern die Landschaft auf natürliche Weise und haben im Laufe der Jahre viele Partner zusammengebracht. Die weitere Entwicklung der Landschaft durch Beweidung im Wald ist dabei ein langfristiges Experiment. Bereits vor 120 Jahren, zu Zeiten von James Hobrecht, wurden gute Ideen gebraucht, die Natur, Wirtschaft und soziale Aspekte des menschlichen Lebens gemeinsam denken – und genau das wird hier auf nachhaltige Weise umgesetzt.
Bei dieser Tagesexkursion im gemeinsamen Naturpark der Länder Berlin und Brandenburg, haben Sie die Gelegenheit, die komplexen Herausforderungen zwischen Waldwirtschaft, Erholung, Wasserhaushalt, Artenschutz und Naturnutzung aus erster Hand zu erleben. Erfahren Sie mehr über die Ansätze der Landschaftsgestaltung und die kontinuierlichen Bemühungen, die Balance zwischen menschlicher Nutzung und Naturschutz zu wahren.
Begleitet werden Sie von erfahrenen Expert*innen, die seit Jahrzehnten vor Ort tätig sind, sowie von jungen Fachleuten mit frischen Ideen. Lassen Sie sich inspirieren und gewinnen Sie Einblicke in die vielfältigen Strategien für eine nachhaltige Zukunft unserer Natur.
Erleben Sie mit uns einen Tag voller Natur, Wissen und Inspiration!
Ablauf
| 8:00 Uhr | Pünktliche Abfahrt im Reisebus vom Hbf. Berlin, am Kanzleramt, Ella-Trebe-Str. 5, 10557 Berlin |
| 09:00 Uhr | Ankunft am Gut Hobrechtsfelde, Hobrechtsfelder Dorfstraße 45 16341 Panketal, OT Hobrechtsfelde |
| 09:00 bis 12:00 Uhr | Thema: „Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde: Entwicklung einer beweideten, halboffenen Waldlandschaft – Stand und Perspektiven“ Aktivitäten: – Wanderung zu ausgewählten Bereichen des Waldweidenprojekts und Vorstellung des Projektes Landschaftswasserhaushalt Liezengrabeneinzugsgebiet Referenten: Dr. Aija Torkler, Dr. Peter Gärtner, Holger Brandt, Lennie Jung Wegebeschreibung für die Wanderung (ca. 4 km, mittlerer Schwierigkeitsgrad) |
| 12:00 bis 13:00 Uhr | Ein Mittagimbiss im historischen Kornspeicher, der durch seine besondere Architektur besticht – der perfekte Ort, um sich auszutauschen und die Eindrücke Revue passieren zu lassen. |
| 13:00 Uhr | Weilerfahrt mit dem Bus zur Schönower Heide |
| 13:00 bis 15:00 Uhr | Thema: „Entdeckungstour durch und um die Schönower Heide: Beweidungsmanagement mit Wild- und Nutztieren, Biodiversität, Waldentwicklung und Naturerlebnis vor den Toren Berlins“ Aktivitäten: – Wanderung zu ausgewählten Bereichen des Waldweidenprojekts, Zukunftsbäume für Eremit und Pflege der Heide Referenten: Dr. Peter Gärtner, Gunnar Heyne, Ingmar Preuße Wegebeschreibung für die Wanderung (ca. 3 km, mittlerer Schwierigkeitsgrad) |
| 15:00 bis 16:30 Uhr | Kaffeepause im Kornspeicher, Besichtigung der Ausstellung und Führung im Kornspeicher |
| 16:30 Uhr | Abfahrt von Hobrechtsfelde nach Berlin |
| ca. 17:30 Uhr | Ankunft Hbf. Berlin, am Kanzleramt, Ella-Trebe-Str. 5, 10557 Berlin |
Leitung
Dr. Aija Torkler, Naturpark Barnim, Wandlitz
Mitwirkung
Dr. Peter Gärtner, Berlin
Kooperationspartner
- Holger Brandt und Lennie Jung, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Berlin
- Gunnar Heyne und Ingmar Preuße, Berliner Forsten

(Foto: Nicole Newie)

(Foto: Nicole Newie)

















