Digitaler NABUtalk: Vor dem Weltnaturgipfel (CBD COP 15):

Schutz und Wiederherstellung der Natur – Wie werden die Weichen neu gestellt?

Das Jahr 2021 bietet die Chance, auf allen Ebenen politische Weichen neu zu stellen, um die Wiederherstellung der schwindenden Artenvielfalt einzuleiten. Die Verhandlungen zu einem neuen globalen Abkommen unter der UN-Konvention über die Biologische Vielfalt (CBD) sind nach Verzögerungen wieder ins Rollen gekommen. Die finalen Entscheidungen sollen bei der 15. Konferenz der Vertragsstaaten (COP15) getroffen werden, die voraussichtlich vom 11. - 24. Oktober 2021 im chinesischen Kunming stattfinden wird. Dabei geht es um neue Selbstverpflichtungen der Staaten für Schutzgebiete und die Wiederherstellung der Natur, das Adressieren der Haupttreiber des Artensterbens wie Landwirtschaft und Fischerei, aber auch um die faire Aufteilung von Gewinnen aus der Nutzung von wildlebenden Tieren und Pflanzen.

Die EU legte ihre eigene Strategie bereits im vergangenen Jahr vor und ist dabei, im Bereich der Ökosystem-Renaturierung eine neue Gesetzgebung zu erarbeiten. Auch die nationale Biodiversitätsstrategie Deutschlands soll fortgeschrieben werden, die vorbereitenden Arbeiten dazu haben bereits begonnen.

Mit dem Beitritt zu der „High Ambition Coalition“ und der Teilnahme an einer freiwilligen Selbstverpflichtung („Leader’s Pledge for Nature“) hat sich Deutschland bereits dazu verpflichtet, sich unter anderem für ein effektives Management von Schutzgebieten und deren Finanzierung sowie für eine nachhaltige Ernährung und Landwirtschaft ohne naturschädigende Subventionen einzusetzen.

Im Vorfeld der im September 2021 stattfindenden Bundestagswahl und der dann folgenden COP15 wollen wir den Stand der Verhandlungen erörtern. Im Mittelpunkt steht dabei die Diskussion, welchen politischen Rahmen die Vertragsstaatenkonferenz setzen muss, damit die Staaten der Welt den Verlust von Arten und Ökosystemleistungen wirksam stoppen und umkehren.
Werden Deutschland und die EU bisher in den Verhandlungen ihren progressiven Ansprüchen gerecht? Wird es in Anlehnung an die Klimapolitik ein „Paris-Momentum“ für die Artenvielfalt geben? Was muss die Biodiversitätsstrategie Deutschlands dazu beitragen?

Diese Fragen möchten wir gerne gemeinsam mit Ihnen diskutieren. Dazu laden wir Referent*innen aus Politik, Zivilgesellschaft, Verwaltung und Wissenschaft ein, die „nah dran“ sind an den Verhandlungen und ihre Einschätzungen mit uns teilen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!