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Samstag 29.09.2018

Abfahrt 09.00 | Ankunft ca. 18.00


Exkursionsthemen

  • Torfmoosregeneration auf ehemaligem Grünland seit 1986 und auf jungen Regenerationsflächen seit 2011
  • Torfmoordammbau
  • Moorsackungsbeobachtung
  • Bohlenweg mit Moorlehrpfad
  • Moorschutz als Klimaschutz 
  • Infos zur Wasserwirtschaft 



  • Moorrand nord
  • ©J. Meereis
©M. Buettner;

E3 Dosenmoor und Hartshoper Moor

Zwei Hochmoore in unterschiedlichen Stadien der Regeneration 

Zunächst führt Sie die Exkursion ins Dosenmoor, trotz Entwässerung und industriellen Torfabbaus eines der größten und besterhaltenen Hochmoore Schleswig-Holsteins. 3 Jahre nach der ersten Regenerations-Maßnahmen wurde das Moor 1981 unter Naturschutz gestellt. Mehr als 35 Jahre später beeindruckt der Blick über das endlos scheinende baumfreie Zentrum des Moores. Seltene Vögel, wie Braun- und Schwarzkehlchen, Bekassine und der scheue Kranich sind hier - wieder - zu Hause und lassen sich mit etwas Glück beobachten.

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein besitzt 371 Hektar im Dosenmoor.

52 Hektar davon werden im Randgebiet des Moores als extensives Grünland bewirtschaftet, vorwiegend durch Beweidung mit Pferden oder Schottischen Hochlandrindern und Mahdnutzung.

Das Moorzentrum wird seit Jahren Schritt für Schritt mit Hilfe von Grabenstauen, Verwallungen und regulierbaren Mönchen vernässt. Zudem verbeißt eine Herde aus Moorschnucken und Ziegen junge Birken und Pfeifengras, um Platz für die moortypische Vegetation zu schaffen. Nach einem großflächigen Brand auf 12 Hektar der Fläche im Jahre 2011 kann man inzwischen wieder erfolgreich die Entwicklung der Vegetation auf der Brandfläche Brandflächen im Vergleich zu unversehrten Referenzflächen beobachten.

Im Infozentrum Dosenmoor e.V., dem ehemaligen Torfwerk, gibt es einen Mittagsimbiss.  Das Infozentrum begeistert Besucher, Schulklassen und Gruppen für das Ökosystem Hochmoor und die Wichtigkeit des Moorschutzes.

Weiter geht die Reise mit dem Bus ins Hartshoper Moor bei Rendsburg. Dort startete die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein 2011 großflächige Renaturierungsmaßnahmen, die inzwischen fast 300 Hektar umfassen. Sie legte Dämme aus dem vor Ort vorhanden Torf an, verstopfte Gräben und entfernte Drainagen, um das Regenwasser im Moor zu halten. Der Wasserstand wird so reguliert, dass der Boden optimal mit Wasser gesättigt ist. Innerhalb weniger Monate hat sich der trockene Torf wie ein Schwamm wieder mit Wasser vollgesogen und ist bis zu einem halben Meter aufgequollen. Auf Flächen, die nicht so intensiv genutzt wurden, konnten sich Torfmoose bereits nach wenigen Jahren ansiedeln, sodass an manchen Stellen das Moor wieder zu wachsen beginnt.

Moortypische Arten wie Kranich und Rohrweihe, Wollgras und Moorlilie, Libellen und Schmetterlinge erobern sich ihren Lebensraum zurück. Bei den Führungen durchs Moor kann man besondere Highlights erleben wie z.B. Moorfrösche, deren Männchen sich zur Paarungszeit tiefblau färben. Hier gibt es auf einer kleinen Fläche inzwischen wieder über 3.000 Exemplare - mehr als in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zusammen!

Aber nicht jede Vernässung hat sofort das Wachstum von Torfmoosen zur Folge. Dies gilt insbesondere für Flächen, die lange in einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung waren. Moorschutz braucht auch Geduld. Die zahlt sich aus – man denke nur zurück ans Dosenmoor.  


Ablauf 

  • 09.00 Uhr Abfahrt Kiel, ZOB Interimshaltestelle (s. Link)
  • 09.45 Uhr Führung durch das Dosenmoor (ca. 3 km) 
  • 12.00 Uhr Dosenmoor-Infozentrum 
  • 12.30 Uhr Mittagsimbiss 
  • 13.15 Uhr Abfahrt zum Hartshoper Moor 
  • 14.15 Uhr Ankunft Hartshoper Moor, Wanderung (ca. 2,5 km) 
  • 15.45 Uhr Bustransfer nach Lexfähre 
  • 16.00 Uhr Kaffeepause im Café "Zum alten Fährhaus" in Lexfähre 
  • 17.00 Uhr Abfahrt nach Kiel 
  • ca. 18.00 Uhr Ankunft Kiel, ZOB Interimshaltestelle 

 

Leitung 

Jutta Walter, Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein 

Veronika Breuer, Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein 

Mitwirkung 

Dr. Björn-Henning Rickert, NABU Ortsgruppe Neumünster 

Sven Wollesen, Eider-Treene-Verband 

Volker Hoffmann, Dosenmoor Infozentrum e.V.

Friedwart Pütz, Untere Naturschutzbehörde Stad Neumünster

Kosten 

85,00 € inkl. Mittagessen und Kaffeepause 

Hinweise 

Wanderung insgesamt ca. 5,5, km. Warme, wetterfeste Kleidung sowie ggf. Sonnenschutz werden dringend empfohlen. Bitte auf geeignetes Schuhwerk achten – wer Gummistiefel trägt, sieht mehr…! 

 


Hintergrundinformation Dosenmoor

  • 521 Hektar groß, davon 371 Hektar im Eigentum der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein und 70 Hektar im Eigentum des NABU. 
  • Naturschutzgebiet und Teil des europäischen Schutzgebietssystems NATURA 2000.
  • Zz.T. industrieller Torfabbau zwischen 1900 und 1976.
  • Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen: Bau von Grabenstauen und Verwallungen, regulierbare Mönche, Entkusselung, Schaf- und Ziegenbeweidung.

Hintergrundinformation Hartshoper Moor

  •  955 Hektar Hochmoorböden, davon 216 Hektar FFH und 415 Hektar Vogelschutzgebiet. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein besitzt dort 373 Hektar.
  • Teil des europäischen Schutzgebietsverbunds NATURA 2000. Für das Gebiet liegt ein Managementplan vor.
  • Renaturierungsmaßnahmen seit 2011 auf 300 ha: Schaffung von Moorpoldern mit regulierbaren Überläufen.