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Donnerstag 27.09.2018 – 19.00

Veranstalter

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft  des Landes Baden-Württemberg (UM)

OFFENES FORUM

Naturschutz – quo vadis? 

Die biologische Vielfalt schwindet … Das wissen diejenigen, die sich mit der Natur beschäftigen, eigentlich schon lange.  Die Schlagzeilen aus dem vergangenen Jahr haben erneut aufgeschreckt: Die Insektenbiomasse in Kulturlandschaften ist um 80% im Vergleich zu Werten in den 1970er Jahren eingebrochen. Der Schutz der biologischen Vielfalt ist also dringender denn je. Die gesellschaftliche Akzeptanz des Naturschutzes hat sich deutlich verbessert und große Teile der Gesellschaft stehen dem Naturschutz grundsätzlich positiv gegenüber.Eigentlich sind die Voraussetzungen für einen notwendigen Aufbruch und eine deutliche Stärkung des Naturschutzes gut. Aber, wenn es konkret wird und Entscheidungen anstehen, ist der Naturschutz dann doch wieder in der Verteidigungsposition und muss sich ständig neu erklären und rechtfertigen. Und wir arbeiten uns an Zauneidechse, Feldhecke, Wolf und Co. ab, Ort für Ort, Projekt für Projekt. Aufgrund fehlender verbindlicher Standards werden Projekt für Projekt die Erfassungs- und Bewertungsmethoden neu entwickelt. Der Naturschutz ist ein Gemischtwarenladen, Naturschützerinnen und Naturschützer pflegen ihre Lieblingskinder, in Verwaltung, in den Verbänden, in den Wissenschaften … Manche leben gut vom Schwinden der Natur, weil die Auftragslage bei Gutachtern stimmt, Spenden und Mitgliedsbeiträge fließen.

Fragen über Fragen: Schützen wir mit den richtigen Mitteln und Instrumenten die biologische Vielfalt? Schützen wir überhaupt die „richtige Natur“, die „richtigen“ Arten und die „richtigen“ Lebens-räume? Setzen wir die richtigen Anreize für ein naturförderndes Verhalten? Müssten wir uns nicht stärker im Naturschutz konzentrieren und fokussieren? Was sollten wir im Naturschutz verstärkt unternehmen und wo sollten wir Handeln eventuell auch reduzieren, „Leitbilder“, die sich eventuell überholt haben, auch aufgeben? Brauchen wir Standards im Naturschutz, wie eine "TA Artenschutz"? Brauchen wir mehr dynamische oder mehr statische Naturschutzkonzepte? Wie können wir Verbündete gewinnen? Wir finden: Wir brauchen eine fachliche Debatte für einen  modernen und erfolgreichen Naturschutz.

VORTRÄGE

Naturschutz ja, aber welche Natur soll mit welchen Instrumenten geschützt werden?

Dr. Andre Baumann
Staatssekretär, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg (UM)


Naturschutz und Nachhaltige Entwicklung – sektorale Fokussierung oder alles zugleich?

Prof. Dr. Thomas Potthast
Universität Tübingen


Naturschutz in der Kulturlandschaft – auf dem Acker aufgegeben und im Gruünland die falschen Strategien ausgegrenzt

Prof. Dr. Rainer Luick
Hochschule Rottenburg